• Home
  • Blog
  • Innovation und Tradition – das ist kein Widerspruch

Innovation und Tradition – das ist kein Widerspruch

Schon gar nicht in der Wirtschaftsförderung. Minden ist wirtschaftlich stark, weil es hier viele, gut aufgestellte mittelständische Unternehmen gibt, die oft schon seit mehreren Generationen Inhabergeführt sind. Das sind echte Unternehmer*innen-Persönlichkeiten, die Verantwortung für ihren Betrieb und den Standort übernehmen. Das gibt es auch heute in Minden, zum Beispiel im StartMiUp, dem Gründungs- und Innovationszentrum der Stadt Minden am Simeonscarré. Dort entstehen vielleicht gerade die „Traditionsunternehmen von morgen“ und die sind unsere Zukunftschance.

Ich hatte gerade Begegnungen mit diesen beiden Seiten der Mindener Wirtschaft. Ich war zu Besuch bei der Human Bot GmbH. Das ist so eine mutige und innovative Entwicklung in Minden: Humanoide Roboter werden für Arbeitsprozesse trainiert, gezielt für mittelständische Unternehmen, gerade bei uns in OWL. Ich will als Bürgermeister dafür sorgen, dass solche StartUps bei uns die besten Rahmenbedingen haben. Wir wollen ein Innovations-Hub sein, ganz vorne in der Entwicklung und offen für neue Lösungen und Technologien.

Ein paar Tage später war ich im Austausch mit dem geschäftsführenden Gesellschafter eines großen traditionellen Unternehmens in Minden, der gerade aus den USA zurückkehrte. Es gibt aktuell enorme Belastungen seines Unternehmens durch die Zollpolitik und den Protektionismus der US-Regierung. Die damit verbundenen Handelseinschränkungen, aber auch die Hemmnisse der europaweiten und bundeseigenen Bürokratie machen ihm große Sorgen. Trotzdem schätzt er den Standort Minden für seine Sicherheit, seine Infrastruktur, angefangen von Straße, Schiene und Häfen über Bildung und Ausbildung bis zu Kultur und Sport. Er ist einer, der sich auch selbst einbringt. Und dass wir uns hier in Minden um StartUps kümmern, findet er auch richtig gut. Sein Unternehmen bringt sich deshalb aktiv ein im Förderverein des StartMiUp.

Meine Bilanz aus diesen zwei Gesprächen: Ein Bürgermeister muss auf allen Ebenen ein verlässlicher Ansprechpartner der Wirtschaft sein. Verbindlichkeit wird hoch geschätzt und auch erwartet. Wirtschaftspolitik in Minden, die muss nah und klar sein. 

Ein Bürgermeister muss „die Nase im Wind der Trends haben“ und an der Weiterentwicklung des Standortes aktiv mitwirken. Minden muss für technologische Innovation interessant sein und gleichzeitig ein guter Hafen für Traditionsunternehmen. Welchen Ideen ich sonst noch zur Wirtschaftspolitik habe, findest Du hier

Das war für mich besonders

Bereits vor Monaten habe ich nach besten Ideen für Minden gefragt. Dazu haben wir bei Hausbesuchen und an Info-Ständen „Beste-Ideen-Karten“ verteilt. Ganz viele Ideen sind bei mir angekommen, wenn möglich, habe ich gerne geantwortet. So stelle ich mir den Austausch vor: nah und klar!

Was stand da so?

Es gab freundlichen Zuspruch: „Bleiben Sie, wie sie sind – nah und mit offenem Ohr“ oder „Ich halte Sie für einen sehr guten Bürgermeisterkandidaten“. Das freut mich. Es gab aber auch konkrete Themen: „Den Markt auch samstags auf den Marktplatz“, „Endlich moderne Gestaltung Mindens“ oder „Gastronomie in der oberen Altstadt“. Nun, der Markt soll auch meiner Meinung nach ab 2026 an beiden Tagen auf den Marktplatz, aber dafür müssen wir alle am Markt (Geschäfte, Gastronomie) im Boot haben und das braucht Vorbereitung. Bei moderner Gestaltung bin ich dabei: Weserpromenade und Schlagde oder auch den Platz hinter dem Museum als Orte für Gemeinschaft und Familien, klimawandelgerechte Orte, Glacis nachhaltig umbauen, offene Orte für Jugendliche schaffen, eine junge Subkultur stärken, barrierearme Stadt gestalten und digitalen, flexiblen, technologisch zukunftsfähigen Busverkehr etablieren ebenso wie schnelle Radwege. Ach, da fällt mir noch mehr ein und ich bin kein Typ für Blockade, sondern für vernünftige Lösungen. Gastronomie hat sich kräftig verändert und es ist großartig zu sehen, wie der Marktplatz lebendig geworden ist in den letzten Jahren. Das ist übrigens auch eine Folge der Umgestaltung der Fußgängerzone und des Markts in den letzten 10 Jahren – eine große Leistung für die Gestaltung einer „modernen Stadt“. Das Museumscafé wird nun immerhin neu belebt und da bin ich sehr hoffnungsvoll.

Ach ja, und es gab auch Rückmeldungen auf Karten, die das „Gesocks“ aus Minden vertreiben wollen oder nicht-christliche Kulturen ausgrenzen. Dafür stehe ich nicht zur Verfügung, schon gar nicht für diese Sprache! Minden ist für mich ein guter Hafen für Alle und ich möchte, dass sich jeder und jede, die sich hier einbringt und das Zusammen(!)leben positiv mitgestalten möchte, mit seiner und ihrer Lebensgeschichte anerkannt fühlt – egal ob alteingesessen oder neu hinzugekommen.

Du hast eine beste Idee für Minden? Schreib‘ sie mir gerne: peter.kock@spd-minden.de oder per Formular.